Jede Menge Schnittgut im Frühling – eine Entsorgungsmöglichkeit dafür musste her! David schwang den Akkuschrauber – und der Rest ist Geschichte.
„Du, sag mal, wohin sollen wir denn heuer den ganzen Staudenschitt packen?“
Diese Frage stellte sich erstmals im dritten Jahr unseres Gartens. Da waren nämlich die Stauden im Vorgarten so eingewachsen, dass im Frühling erstmals reichliche Mengen an Schnittmaterial anfielen. Schließlich waren allein die Herbstastern, deren Überreste noch auf den Beeten standen, an die zwei Meter hoch! Da kommt schon einiges zusammen, und der Komposthaufen würde an seine Grenzen stoßen. Der war nämlich auch schon gut gefüllt.
Es war also höchste Zeit für das erste Hochbeet auf dem Landsitz! Es gab zwar schon die Hochbeetanlage, mit der David unseren ungenutzten Hang terrassiert hatte, doch die war mit der vorhandenen Erde bereits voll gewesen. Nun war die Sachlage anders, denn: ein Hochbeet ist schnell gebaut, doch die Kunst ist, genug Material zum Hochbeet befüllen zu haben. Nun waren wir endlich so weit.
Aus Altholz, dass David wieder aus wer weiß schon so genau welchen Quellen hergezaubert hatte – es ist gut, holzaffine Freunde zu haben! – zimmerte David das Gerüst für das neue Hochbeet, das auf einer Teilfläche des bisherigen Gemüsegartens Platz fand. Ebenerdige Beete sind schließlich fein, aber noch feiner ist es, stehend jäten und pflanzen zu können!
Wichtig bei einem Hochbeet ist, einen stabilen Rahmen zu haben. Die Erde, die später hinein kommt, hat einiges an Gewicht und würde dünne Bretter schnell auseinander drücken. Je höher das Hochbeet wird, desto stabiler muss es auch gebaut sein.










Nach unten sind die Rahmen offen, denn ein Hochbeet hat im Idealfall Erdkontakt. Du kannst den Boden mit einem Wühlmausgitter auslegen, wir sparen uns das jedoch. Mäuse können nämlich klettern. Wenn sie also von unten nicht ins Hochbeet können, dann kommen sie von oben. 😉
TiPPs
- Wenn du ein Hochbeet bauen möchtest, musst du nicht unbedingt die sauteuren dicken Lärchenbretter verbauen, die in den Gartenzeitschriften als ideal angepriesen werden.
- Du kannst genauso Paletten verwenden, oder du hast das Glück, so wie wir dicke Altholzbretter zu ergattern, oder du nimmst Steine als Einfassung (dann mach die Beete aus statischen Gründen aber lieber nicht ganz so hoch). Du kannst Dachziegel aufschlichten oder einfach eine Badewanne mit Erde füllen.
- Je nach verwendetem Material ist dein Hochbeet mehr oder weniger langlebig. Ein Steinbeet hält fast ewig, während Beete aus Palettenholz wahrscheinlich nach einigen Jahren ausgebessert werden müssen. Weil das Material leicht erhältlich ist, ist das aber kein großes Problem.
- Was wir gar nicht im Garten verwenden, ist Plastik. Weder kleiden wir unsere Hochbeete mit Folie aus noch verwenden wir diese vorgefertigten Plastikziegel aus dem Baumarkt als Beetumrandung (weil die einfach besch**sen aussehen).
Nachdem der Beetrahmen stand, ging es ans Hochbeet befüllen. Nach und nach wanderten alle Staudenreste ins Hochbeet, die Überbleibsel vom Christbaum, Brombeer- und Himbeerranken (zumindest die, die nicht für Kränze verwendet werden konnten) sowie diverses Jätgut aus den Beeten. Das Hochbeet schluckte alles. Schließlich war es gut gefüllt und wir meinten, es sei an der Zeit, die nächste Schicht einzufüllen: halbreifen Kompost.
Also machte sich David an die Arbeit, unseren Komposthaufen ins Hochbeet zu verfrachten. Die groben Teile, die oben am Kompost lagen, füllte er zuerst ein, und deckte das ganze dann mit der feineren Komposterde ab.





Nun war das Hochbeet scheinbar gut gefüllt, doch bereits nach wenigen Tagen und dem ersten Regen zeigte sich, dass durchaus noch Platz war für eine Schicht Pflanzerde. Denn in der frischen Komposterde tun sich die meisten Gemüsepflanzen aufgrund des Überangebotes an Nährstoffen schwer.
Der Haken an der Sache war nur, dass Pflanzerde mit dem Auto plus Anhänger geholt werden und durch den halben Garten mit der Scheibtruhe geradelt werden musste. Wochenlang zögerten wir diese Arbeit hinaus und fanden lieber andere Beschäftigungen, bis es endgültig Zeit war, das Hochbeet zu bepflanzen. Die Lösung für unser Faulheitsdilemma hatte schließlich Danielas Mama: „Pflanzt doch einfach im ersten Jahr Kürbis, der steht eh sowieso am liebsten am Kompost.“
Genau das machten wir. Dem Kürbis gefiel es im Hochbeet so gut, dass er von dort aus den halben Gemüsegarten überwucherte. Wir konnten reichlich Ernten!



Wohin wir den Staudenschnitt heuer tun? Natürlich wieder ins Hochbeet! Die Füllung ist übers Jahr nämlich ein schönes Stück zusammengesackt und hat Platz gemacht für eine weitere Ladung Kompost. Und daneben wartet schon das nächste Hochbeet aus Paletten darauf, befüllt zu werden …
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