Selber Kompott einkochen und so Kirschen, Zwetschgen und anderes Obst aus deinem Garten haltbar machen, ist ganz einfach! Ich zeig dir Schritt für Schritt, wie es geht.
Kompott einkochen oder heiß abfüllen – was ist der Unterschied?
Bei den Begriffen rund um’s haltbar machen von Obst herrscht oft Verwirrung. Beide Begriffe bezeichnen Konservierungsmethoden, bei denen das Obst erhitzt und in Gläser abgefüllt wird.
Beim Heiß abfüllen reicht es, Obst und Wasser sowie Zucker aufzukochen, in saubere Gläser zu füllen und diese zu verschließen. Beim Abkühlen zieht das Glas ein Vakuum und der Deckel sitzt fest drauf. Keime können nicht eindringen und dein Kompott ist mehrere Monate lang haltbar. Der zugesetzte Zucker hilft dabei, das Obst haltbar zu machen. Kirschen mache ich immer auf diese einfache Art ein.
Manches Obst ist aber empfindlicher und fällt beim Kochen schon fast auseinander. Kirschpflaumen zum Beispiel verlieren schon vor dem Einkochen ihre Haut und sind im Glas nicht mehr ansehnlich. Solch empfindliches Obst schlichte ich roh in die sauberen Gläser, fülle mit Zuckerwasser auf und koche mein Kompott im Backofen ein. Das dauert zwar länger, aber das Obst wird beim Kochen nicht mehr bewegt und fällt nicht auseinander.
Das brauchst du zum Kompott einkochen
- Obst nach Wahl – Ich mache am liebsten Kirschen, Zwetschgen und alle anderen Vertreter der Pflaumenfamilie als Kompott ein. Du kannst aber auch mit anderen Obstsorten experimentieren.
- Zucker
- Saubere Gläser mit Schraubdeckel – Bereite sie vor, indem du die sauberen Gläser und Deckel noch einmal mit ganz heißem Wasser ausspülst. Du kannst sie auch mit Schnaps ausspülen. Auskochen erspare ich mir, weil das Kompott ohnehin kochend heiß eingefüllt wird.
- Kochlöffel, Schöpfer, Trichter mit großer Öffnung – wenn du heiß abfüllen willst. Beim Einkochen reicht ein Meßbecher zum Wasser angießen.
Kirschen heiß abfüllen – so mache ich es
Wenn ich Kirschenkompott mache, lasse ich die Kerne drin und achte nur darauf, keine wurmigen oder angefauelten Kirschen zu verwenden. Bei Kirschen, die ich später als Füllung für Kuchen oder Torten verwenden will, kommen die Kerne aber raus. Das geht am besten mit einem Kirschenentsteiner. Macht viel weniger Sauerei!

Die vorbereiteten Kirschen kommen in einen großen Topf. Dann gebe ich so viel Wasser dazu, dass die Früchte gerade mit Wasser bedeckt sind. Zucker füge ich je nach Geschmack hinzu: Sind die Früchte selbst schon sehr süß, gebe ich weniger dazu, bei säuerlichen Weichseln etwas mehr. Kosten! Du kannst dein Kompott noch mit ein paar Gewürznelken oder etwas Zimt verfeinern.
Nun wird das ganze aufgekocht und darf etwa 10 Minuten vor sich hin köcheln. Die Kirschen sollen nicht zerkochen, sondern noch Biss haben.
Anschließend fülle ich das Kompott in meine vorbereiteten Gläser. Dabei achte ich darauf, die Gläser fast bis zum Rand mit Flüssigkeit aufzufüllen. Der Gläserrand soll aber unbedingt sauber bleiben.
Die Gläser werden sofort verschlossen und dürfen nun abkühlen. Dabei bildet sich ein Vakuum. Das erkennst du daran, dass sich der Schraubdeckel nach innen wölbt und beim Draufdrücken nicht nachgibt. Ist das nicht der Fall, dann solltest du das betreffende Glas bald aufbrauchen und nicht einlagern.
Zwetschgen oder Wildpflaumen im Backofen einkochen

Wir haben einen großen Blutpflaumenbaum und einige Zwetschgenbäume im Garten. Wenn die tragen, dann tun sie das reichlich. Vor allem die Blutpflaumen, die bei mir „Kriecherln“ heißen, verarbeite ich am liebsten zu Kompott, weil die Kerne sich nicht so leicht herauslösen lassen und das beim Marmelade kochen in eine Riesensauerei und jede Menge Arbeit ausarten würde …
Kompott hingegen geht ruckzuck: Pflücken, waschen, und die schönen Früchte in saubere Gläser geben. Die Kerne lasse ich drin.
In jedes Glas kommen ein bis zwei Esslöffel Zucker. Dann stelle ich die Gläser im Backofen auf ein tiefes Backblech und fülle sie bis zum Rand mit Wasser auf. Gewürze kannst du natürlich auch dazugeben, aber wenn du Gewürznelken mit einkochst, kann das ganz schön intensiv werden. Geschmackssache! Dann kommen die Schraubdeckel drauf. Das Backblech selbst befülle ich ebenfalls mit Wasser, und ich achte darauf, dass die Gläser sich nicht gegenseitig berühren.

Dann schalte ich den Backofen auf 150 Grad Umluft ein und nach einer Stunde wieder aus. Die Gläser bleiben im Backofen und kühlen dort langsam ab.
Auch bei dieser Methode solltest du kontrollieren, ob alle Gläser nach dem Abkühlen ein Vakuum gezogen haben. Andernfalls einfach schnell verbrauchen und nicht einlagern!
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