Räuchern in den Rauhnächten ist eine alte Tradition, die in Europa schon von den Kelten praktiziert wurde.
Die Rauhnächte sind die Zeit „zwischen den Jahren“: Folgt man dem Mond, dauer ein Monat zwischen 29 und 30 Tagen, das Jahr hat dann 353 Tage. Das Sonnenjahr, mit dem wir üblicherweise rechnen, hat 365 Tage. Diese zwölf Tage Differenz sind die Rauhnächte, in denen das Alte ist noch nicht ganz weg und das Neue noch nicht ganz da ist.
Diese winterlich dunklen Nächte sind die Zeit, in der die Menschen sich der „Anderswelt“, wie die Kelten es nannten, sehr nahe fühlten. Es ist auch eine Zeit der Reinigung und der Rückschau, genauso aber auch eine Zeit des Orakelns, was das kommende Jahr bringen könnte.
Wie mein Räuchern in den Rauhnächten abläuft
Ich beginne meine Rauhnachtsräucherung am 21. Dezember mit der längsten Nacht, dem Winterbeginn, und räuchere bis zum 1. Jänner. Andere zelebrieren die Rauhnächte von Weihnachten bis Dreikönig. Spür hin, was dir am meisten zusagt.
Geräuchert wird jeden Tag, und jeder Tag entspricht dabei einem Monat. So blickt man jeden Tag auf den jeweiligen Monat des abgelaufenen Jahres zurück und gleichzeitig auf den jeweiligen Monat des kommenden Jahres voraus. Du kannst im Rahmen der Räucherung aufschreiben, welche Gedanken dir dazu kommen. Ich habe das einmal gemacht und mich dann nicht mehr „getraut“, weil meine Wahrnehmungen für das kommende Jahr viel zu zutreffend waren …
Kräuter zum Räuchern in den Rauhnächten

Welche Kräuter du zum Räuchern in den Rauhnächten verwenden möchtest, kannst du ganz intuitiv aussuchen. Ich bediene mich gerne an meiner Gewürzlade: Küchengewürze wie Salbei, Rosmarin oder Wacholder passen wunderbar in eine Räuchermischung. Ich habe aber auch das Jahr über ein paar spezielle Räucherkräuter gesammelt, die in der Küche nicht verwendet werden, den Weißen Salbei zum Beispiel.
Mach dir nicht zu viele Gedanken über die Wirkung der einzelnen Kräuter. Wenn du deiner Intuition vertraust, kannst du nichts falsch machen.
Meine Räuchermischung für die Rauhnächte
Ich habe für meine Rauhnachtsräucherung folgende Kräuter gewählt: Weißer Salbei, Rosmarin, Wacholderbeeren und Fenchelsamen. Erst später habe ich nachgelesen, welche Bedeutung ihnen zugeschrieben wird:
Weißer Salbei
Stammt aus Nordamerika und gilt bei den dortigen Ureinwohnern als stärkste Reinigungspflanze. Der intensive Duft des Weißen Salbei soll eine euphorisierende Wirkung haben und sehr wirksam negative Stimmungen und Energien vertreiben.
Fenchel
Die Fenchelsamen duften angenehm süßlich beim Verräuchern. Der Duft wärmt, tröstet und schenkt Geborgenheit. Fenchel hat eine beschützende und reinigende Wirkung. Früher hat man Menschen und Tiere mit Fenchel beräuchert, wenn man glaubte, dass sie verhext waren.
Rosmarin
Ein vielseitiges Kraut, das beim Räuchern die Gedanken klären und zu guter Konzentration verhelfen soll. Außerdem wirkt es gegen Erschöpfung und Niedergeschlagenheit, unterstützt Veränderungen und hilft beim Loslassen und bei der Trauerarbeit.
Wacholder
Wacholderbeeren wirken reinigend und desinfizierend und sollen böse Geister vertreiben. Man kann auch mit dem Wacholderholz räuchern, das wirkt aber ein wenig anders, schärfer und nachdrücklicher. Ich bevorzuge die Beeren, und die finden sich im Gegensatz zum Wacholderholz auch in meiner Gewürzlade.
Geräuchert wird bei mir in einem hitzefesten Gefäß, gefüllt mit Sand. Darauf kommt ein Stück Räucherkohle. Wenn die durchgeglüht ist, gebe ich die Kräuter darauf und gehe dann mit dem Gefäß durchs ganze Haus, den Keller und die Nebengebäude.

Zuletzt darf die Räuchermischung zum „Ausrauchen“ da stehen bleiben, wo ich das Gefühl habe, es passt. Oft ist das in der Küche, ich hab die Räucherschale aber auch schon in der Dusche stehenlassen, weil mir meine Intuition gesagt hat, dass hier noch ein wenig Rauch gebraucht wird.
Wie sind deine Erfahrungen mit dem Räuchern? Erzähl mir davon in den Kommentaren!
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